Nichts los auf dem Planeten! Weiter mit Musik!


…sagte die mutige junge News-Kollegin von PLANET RADIO kurzerhand on-Air. Und die Nachrichten – waren ausgefallen! Es gab doch nichts Neues zu berichten!

Radikal? Sicher! Aber auch konsequent, für´s Tagesgeschäft aber eher keine tragfähige Lösung. Ob tatsächlich so geschehen oder einfach nur gut erzählt – auf den Fluren von HIT RADIO FFH kann man diese Geschichte von Kollegen hören, die schon lange dabei sind, aus den frühen Jahren von PLANET RADIO, dem jungen Format der FFH-Sender-Familie (Sender-Claim seinerzeit: „Eure Eltern werden kotzen“).

Nachrichten-RedakteurInnen beklagen oft, es passiere gerade überhaupt nichts: „Was, um Himmels willen, soll ich nächste Stunde senden?“ Dabei sind Themenflauten kein wirkliches Problem… Drei Überlegungen helfen uns weiter:

  1. Es sind „hausgemachte“ und unausgesprochene Erwartungen an uns selbst, die uns in die Quere kommen. Uns treibt der Wunsch an, es zu beweisen, uns selbst, den Kollegen (und dem Chef): Wir sind echte Professionals, die es einfach drauf haben, jede Stunde eine komplett neue Sendung aus dem Hut zu zaubern. Der Hörer aber möchte „nur“ gut und zuverlässig den Stand-der-Dinge erfahren. Nicht mehr und nicht weniger;
  2. Wir haben immer mindestens einen Hörer, der unsere „Runde“ zum ersten Mal hört. Denken wir neu und fokussieren diesen einen Hörer, dann gibt das unserer Performance genau die Strahlkraft, die auch Hörer überzeugt, die unsere Meldungen schon kennen. Glauben wir an unser Produkt, glaubt uns auch der Hörer. Distanzieren wir uns innerlich, spürt das der Hörer ebenso;
  3. Wenn nichts Neues passiert – umso besser! Dann packen wir den Werkzeugkoffer aus und zaubern aus dem, was gerade „Lage“ ist: Wir schreiben um, drehen die Perspektive und suchen neue Zugänge. Wir leuchten die Geschichte(n) aus – aus verschiedenen Richtungen.

Mithilfe einer Handvoll verblüffend wirkungsvoller Techniken, die wir beispielsweise hier trainieren können, texten wir rasch ein Dutzend (!) neuer Fassungen. Die nicht bloß homöopathisch dosierte Retuschen sind, sondern grundlegend neu aufgestellte Meldungen. Mit vor allem einem neuem Einstieg: Denn als „neu“ wahrgenommen wird vom Hörer, was „neu“ beginnt. Daraus lassen sich drei Empfehlungen ableiten:

  1. Steige über einen anderen Player ein. Die meisten Geschichten haben mehrere „Spieler“. Schau also nach den Beteiligten und zäume die Story reihum über die verschiedenen Akteure bzw. Betroffenen auf!
  2. Nutze eine andere Leadsatz-Technik! Mehr als ein halbes Dutzend Lead-Optionen gibt es. Schon mal „Andocken“ probiert, den „Dreiklang“ versucht oder einen situativen Einstieg?
  3. Drehe die Story über eine andere Dimension! 5 (!) Dimensionen mindestens sind möglich. Also z.B. über die Folgen einer Geschichte. Darüber, wer jetzt aktiv werden muss. Was der nächste Schritt sein wird („what´s next?“).

Frage vor allem: Was hat die Geschichte mit dem HÖRER zu tun? Verändert sein Leben, wovon wir berichten? Zum Guten? Inwiefern? Und: Platziere den Hörer gleich im ersten Satz („viele Menschen bei uns hier in der Region…“).

Der Benefit: Deine Story wird sofort ganz anders wahrgenommen. Als Story von-hier-für-hier! Als „neu“ und überraschend! Was erwarten Hörer mehr?

Workshop zum Thema
Thema: Nichts los? Perfekt! Nachrichten schreiben bei Themenflaute
Trainer: Norbert Linke
Ort & Termin: FFH-Academy, Düsseldorf, 16.3.2018, 9.30-17.30 Uhr
Alle Infos zum Workshop hier

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