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Praxis-Tipp #1: So funktionieren News-Claims

14. August 2012

Standard-Situationen gehören zum Schwierigsten im Radio. Claims, Slogans, Positionings, ebenso Übergaben, Teaser und Backseller. Auch für News-Anchor(wo)men. Warum? Das Wording dieser Elemente ist in der Regel festgelegt; der News-Anchor kann es nicht aus der Situation heraus verändern. Die immerselbe Zeile an der immer-gleichen Stelle – das nervt! Vor allem den Hörer! „Das waren die Nachrichten… mehr Nachrichten hören Sie um… alle Infos bekommen Sie natürlich auch im Netz… jetzt zum Wetter“ – diese (Ver)satzstücke sind alltäglich im Radio. Gut gemeintes Ziel: Sie sollen den Hörer einladen (!), dran zu bleiben (oder wiederzukommen). Aber so, wie das hierzulande tagein/tagaus praktiziert wird, bleibt das oft genug nur eine fromme Hoffnung. 

Der Grund: Viele Presenter versuchen, diese Sätze „wegzusprechen“, als seien sie gar nicht da; sich der Sache zu entledigen, sie rasch hinter sich zu bringen. „Da hab´ ich nichts mit zu tun; unser Chef will, dass wir teasen“, heißt es oft achselzuckend.

Dabei geht es gerade andersherum: Slogans, Teaser und Positionierungen sind wichtige Orientierungshilfen für den Hörer. Sie geben Wegweisung und Sicherheit („Ja, hier bin ich richtig“). Ähnlich dem Amazon-Prinzip: „Wenn Ihnen das hier gefallen hat (eben diese News), könnte Ihnen auch Folgendes Spaß machen (z.B. News-Update in 30 Minuten, Background-Infos auf der Website usw.)“.

5 tricks-of-the-trade, wie wir das als News-Anchor(wo)men überzeugend hinbekommen:

  • Den Inhalt leben! Stehe hinter dem, was Du sagst! Meine es – in diesem Augenblick!
  • Tempo drosseln! Sprich nichts „weg“, sondern „zelebriere“! Stelle den Slogan schön auf und laß ihn wirken!
  • Körpersprache einsetzen! Hilf Dir damit, daß Du „mit Händen und Füssen“ den Inhalt unterstreichst!
  • Subtext nutzen! Denk die Botschaft „Hörer, horch, hier kommt ein wichtiger Hinweis für Dich!“ mit!
  • Lächeln, lächeln, lächeln! Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wer nicht lächeln kann, soll keinen Laden aufmachen!

Der Königsweg aber ist, das Wording der Positionierungen dosiert zu öffnen. Sogar die Tagesschau versucht sich seit kurzem darin (bei Begrüßung/Verabschiedung).

Die Steifheit quasi in Beton gegossener Wordings (die ja alles andere als kommunikativ ist) muß aufgelöst werden zugunsten eines persönlichen, erzählerischen Stils („Wir haben noch viel mehr spannende Nachrichten für Sie aus unserer Stadt, dann klicken Sie doch mal im Netz rein, auf www…).

Oder wir teasen gleich inhaltlich: „Nachrichten gibt´s bei Radio XY immer zur halben Stunde – das wissen Sie. In 30 Minuten haben wir heute für Sie etwas Besonderes; ein Augenzeuge erzählt, wir er den Horror-Crash am Morgen auf der A3 erlebt hat“.

Zum Hörer sprechen anstatt Slogans abzuspulen – so werden aus Teasings Ereignisse!

From → Norbert Linke

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