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Nichts los auf dem Planeten! Weiter mit Musik!

…sagte die mutige junge News-Kollegin von PLANET RADIO kurzerhand on-Air. Und die Nachrichten – waren ausgefallen! Es gab doch nichts Neues zu berichten!

Radikal? Sicher! Aber auch konsequent, für´s Tagesgeschäft aber eher keine tragfähige Lösung. Ob tatsächlich so geschehen oder einfach nur gut erzählt – auf den Fluren von HIT RADIO FFH kann man diese Geschichte von Kollegen hören, die schon lange dabei sind, aus den frühen Jahren von PLANET RADIO, dem jungen Format der FFH-Sender-Familie (Sender-Claim seinerzeit: „Eure Eltern werden kotzen“).

Nachrichten-RedakteurInnen beklagen oft, es passiere gerade überhaupt nichts: „Was, um Himmels willen, soll ich nächste Stunde senden?“ Dabei sind Themenflauten kein wirkliches Problem… Weiterlesen …

Nie war Journalismus wichtiger: Warum uns VoCo keine Angst zu machen braucht

Es ist immer der Mensch, der den Unterschied macht. Ob eine (neue) Technik sinnvoll genutzt wird oder aber Schaden anrichtet. Aktuell tobt ein Streit, ob Adobe-VoCo „böse“ ist oder „gut“. Warum? Mit der vor Kurzem vorgestellten Software lassen sich gesprochene Texte im Nu in gewünschter Weise manipulieren. Sprechern lassen sich gar beliebige Texte in den Mund legen. In der Branche hat das zu einer (etwas hysterischen) Diskussion geführt. Ob das das Ende des O-Tons sei? Und gar, ob es künftig noch Nachrichtensprecher geben werde („VoCo ist nie müde, braucht keinen Urlaub und fragt auch nicht nach mehr Geld“). Ich meine: VoCo nützt! Weil journalistisches Können mehr denn je gefragt ist. Weiterlesen …

Give-me-five: Besser texten mit der 5-Dimensionen-Technik (Nachrichten-Zukunft #5)

Zu lang, zu kompliziert, ein Verhau an Details: Radio-Nachrichten sind oft alles andere als Geschichten aus einem Guss. Ursache kann die Meldungs-Struktur sein, wie sie von alters her gelehrt wird: Die Neuigkeit in den Lead, rasch die Quelle dazu, dann die Details, letztendlich den Kontext. Problem: Diese Struktur fragt nicht präzise genug nach allen zentralen Aspekten einer Story. Hier kann die 5-Dimensionen-Technik weiterhelfen – besonders jungen Kollegen, die neu sind im Job.  Weiterlesen …

Schreib´ aktivierend! Nachrichten-Zukunft #4

Radio-Nachrichten sind oft von bestürzender sprachlicher Anspruchslosigkeit. Vor allem bei Routinearbeiten fällt das auf, etwa dem Auswerten des lokalen Polizeiberichts. Wo ergänzende Recherche problemlos möglich wäre, aber doch allzu oft unterbleibt. Ärgerlich ist etwa der häufig genutzte Sprach-Baustein „Was zu dem Unfall führte, ist noch unklar“. „Unklar“: Was heißt denn das? Dass ich mich nicht genügend reingehängt habe in die Recherche? Dass ich mich zufrieden gebe mit dem, was Agenturen mir auf den Tisch spülen? Fatal: „Unklar“ ist dem Hörer selbst schon Einiges. Warum sollte er jetzt überhaupt noch das Radio einschalten? Das ihm doch die Welt erklären sollte? Weiterlesen …

Nachrichtenzukunft #3: Eine Frage des Respekts („Erzähl es mir, als sei ich vier“)

Nachrichtenleute, gerade wenn sie neu sind im Job, haben oft noch den Wissenschafts-Jargon aus der Uni drauf, der zwar präzise ist, aber blutleer und farblos. Am Desk bekommen sie es dann mit Polit-Sprech und Juristendeutsch zu tun. Ihren Meldungen bekommt Beides nicht. Hier sind Chefs und Mentoren gefordert, einen Perspektivendreh anzustoßen, hin zu Kunden-, also Hörer-Orientierung. Augenhöhe statt top-to-down! Kommunikation! Das Konzept Erzähl-es-mir-als-sei-ich-vier kann dabei helfen. Weiterlesen …

Radio-Nachrichten mit Zukunft #2: Schreib KEINE Meldungen!

Radio ist, letztlich und endlich, Sprechen zu Menschen. Genauer: Sprechen zu einem Menschen. In aller Regel erlebt uns der Hörer in einer One-to-One-Situation. Beim Autofahren, morgens im Bad, zuhause in Küche oder Home Office. Gelingt uns hier buchstäblich Kommunikation, ohne Gefälle, Distanz und Künstlichkeit, dann lebt Radio (und bleibt unverzichtbar). Was uns jedoch in der Radio-Realität begegnet, ist häufig alles Andere. Nicht Kommunikation, sondern das Buchstabieren „journalistischer Darstellungsformen“. Weiterlesen …

7 Praxis-Tipps für Radio-Nachrichten mit Zukunft

Was wird aus dem Radio im digitalen Zeitalter? Was aus Radio-Nachrichten, wie wir sie kennen? Was aus der Handvoll Meldungen, die ins Stundenkorsett gezwängt von Sprechern präsentiert werden? Während uns Smartphone und Tablet News in Hülle und Fülle zur Verfügung stellen, rund-um-die-Uhr und zur zeitsouveränen Nutzung? Nachrichten im Radio müssen sich neu erfinden. Aber wie? Einige Vorschläge  Weiterlesen …

Für Nachrichten ohne Barrieren. Denn Kommunikation ist…

…wenn´s ankommt. Sagt ein geflügeltes Wort. Wenn die Botschaft verstanden wird (und nicht schon, wenn sie gesendet wird). In vielen Nachrichtentexten aber stecken Verständnis-Barrieren. Die nur knacken kann, wer bereits bestens informiert ist. Viele Hörer sind das nicht. Den nötigen Kontext haben sie nicht parat (zumindest nicht in der Hör-Situation). Folge: Die Texte „kommen nicht an“… Weiterlesen …

Ab in´s Web: Wie das Radio planmäßig Hörer vertreibt

Haben wir sie noch alle? Das moderne Radio pusht Online. Und bekommt nichts zurück! Botschaft im Subtext an die Hörer: „UKW ist ja ok. Aber echten Mehrwert gibt´s nur im Netz“. Auf Website, Facebook-Präsenz, Twitter-Kanal und vielleicht sogar per WhatsApp. Ein echtes Ärgernis! Crossmediales Teasen gibt´s allem Anschein nach nur in einer Richtung. Als Einbahnstraße: Weg vom Radio, hin zum Web! Das kann es doch nicht sein! Sollen Hörer nicht mehr hören, sondern nur noch klicken? Und wer zahlt die Rechnung?  Weiterlesen …

Mariettas Welt: Frau Slomka und die dicken Bretter

Es macht allemal Sinn, sich én detail anzuschauen, wie vermeintliche Medien-Koryphäen arbeiten. Wie ZDF-Frau Marietta Slomka etwa, die sich jüngst einmal mehr in der Rolle der journalistischen Gralshüterin gefiel (im Interview mit SPD-Chef Gabriel). Anspruch und Selbstgewissheit waren (vorsichtig formuliert) bemerkenswert. Neben ihrem Moderations-Job bohrt Marietta Slomka auch dicke Bretter. Ihr jüngstes ist 544 Seiten stark: „Kanzler, Krise, Kapital: Wie Politik funktioniert“. Wie aber „funktioniert“ die Autorin Slomka? Drei Beobachtungen… 

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Aktivierend schreiben: Raus aus der Negativismus-Falle!

Ohne Drama geht es nicht. Ohne Konflikt und Krise bleiben Nachrichten kraftlos und flau. Mit Harmonie lassen sich keine packenden News produzieren. Richtig ist aber auch: Viele Nachrichtensendungen triefen geradezu vor Not und Elend. Der Versuch, mit „guten“ Nachrichten gegen Negativismus anzusenden, ist jedoch eine falsche Konsequenz. Vielmehr brauchen „negative“ Stoffe einen aktivierenden „Dreh“… Weiterlesen …

Bad News are Good News are Bad News? Warum „gute“ Nachrichten so langweilig sind!

„Immer nur Katastrophen und Unglück. Schreib´ doch mal was Positives“: Jeder Newsredakteur kennt das von seinem Chef. Immer wieder versuchen Redaktionen deshalb, eine Rubrik „Gute Nachrichten“ einzurichten oder wenigstens „die Gute zum Schluss“ zu platzieren (aktuell etwa ist Antenne Bayern mit der „guten Nachricht aus Bayern“ im Tagesprogramm immer um Halb on-air). Oft werden diese Versuche rasch wieder eingestellt – als sei nichts gewesen. Warum? Aus gutem Grund…

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Dr. Dobellis Dämonen: Krank durch News?

„Nachrichten sind Gift. Sie machen krank, dumm und passiv“. Dieses schlichte Mantra singt seit einiger Zeit der Schweizer Philosoph und Bestseller-Autor Rolf Dobelli („Die Kunst des klaren Denkens“, „Die Kunst des klugen Handelns“) – erstmals 2011 im Schweizer Monat, zuletzt in Geo (8/2013). In der Branche hat es eine gewisse Popularität erreicht – trotz (oder wegen) seines radikal simplifizierenden Tenors. Ein Mantra, das in der Dobelli-Diät gipfelt: „Lesen Sie keine News!“

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Stilkritik #4: „ist unklar“

Erfolgreiches Radio gibt Antworten, bietet Orientierung, macht das Chaos der Welt ein bisschen überschaubarer. Nachrichtenredakteure versagen dabei tagtäglich und flächendeckend, in öffentlich-rechtlichen Stationen ebenso wie in privaten. Indem sie zu oft, zu schnell, zu gedankenlos zu einer Formulierung greifen, die Gift ist: „Was zu dem Unfall führte, ist unklar“, „Wann die Bundeskanzlerin zum Interview kommt, ist noch unklar“, „Wie der künftige griechische Rundfunk aussieht, ist nach wie vor unklar“. Das steht jedenfalls fest: „Unklar“ ist hier in erster Linie, wie ein Programm mit so viel ahnungslosem Schulterzucken Kompetenz beweisen und helfen will, seinen Hörern Sicherheit in einer unübersichtlichen Welt zu geben…

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Falsche Solidarität: Die Journalisten-Gewerkschaften und der griechische Staatsfunk ERT

Die Reflexe funktionierten. Kaum hatte die griechische Regierung handstreichartig den Staatsrundfunk ERT abgeschaltet, lagen auch schon die Solidaritätsaddressen vor. Unter anderen protestierten djv, ver.di und der Redakteursrat des ORF gegen den „massiven Eingriff in die Pressefreiheit“. Bemerkenswert ist daran nur, daß die selbsternannten Hüter der journalistischen Wahrheit die Pressefreiheit ausgerechnet einem Staatssender attestierten…

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Bessere News mit Storytelling

Müssen Nachrichten „schwierig“ klingen? Oder können sie den Hörer vom ersten Wort an mitnehmen in die Geschichte? Die klassische Machart von Radio-Nachrichten („inverted pyramid“) ist für viele Hörer zu komplex. Sie setzt voraus, diese Form quasi „gelernt“ zu haben. Der Staplerfahrer aus Gelsenkirchen oder die Standlfrau vom Münchner Viktualienmarkt – können sie umgehen mit der auf dem Kopf stehenden Pyramide? Alternative Erzählformen machen es dem Hörer leichter und sind einladender, einer Nachrichtenstory zu folgen… Weiterlesen …

Stilkritik #3: „keine Chance“

Manuel Neuer hatte „keine Chance“, war sich ARD-Mann Tom Bartels sicher. Nach katastrophalem Fehlpass von Philipp Lahm im WM-Vorrundenspiel Deutschland-Ghana hatte Asamoah Gyan unbedrängt zum zwischenzeitlichen 1:2 getroffen. Keine Chance? Tatsächlich? „Keine Chance“: Eine Wendung direkt aus dem journalistischen Floskel-Setzkasten. Nicht nur im Sport: „Hatte der Amtsinhaber keine Chance gegen den Herausforderer“, die Feuerwehr „keine Chance gegen die lodernden Flammen“. Der Haken dabei: Wer „keine Chance“ hatte, hat auch nichts falsch gemacht. Oder?

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Durch´s Nadelöhr: Tests an Journalistenschulen

Die Wissenstests an Journalistenschulen haben es bekanntermaßen in sich. Auch für Profis sind sie nicht so ohne weiteres zu knacken. Ein „böser“ Verdacht: Geht es vielleicht garnicht nur darum, mit dem abgefragten Wissen die „richtigen“ Bewerber zu identifizieren? Sondern (auch), den bildungsbürgerlichen Anspruch seiner Autoren zu bestätigen (und den hoffnungsvollen journalistischen Nachwuchs „auf Abstand“ zu halten)?  Weiterlesen …

Stil-Kritik #2: „nach Medienberichten“

„Quelle: Internet“ – mit dieser „Quellenangabe“ machte sich jüngst das ZDF zum Gespött einiger Blogger und Twitterer. Tobias Gillen z.B. schrieb:

Mit “Quelle: DVD” schießt “Wetten, dass..?” einen weiteren Vogel am Quellenhimmel ab, den man so bisher noch nicht oft gesehen hat. An “Quelle: Internet”, als gäbe es dort nur eine einzige Sache zu sehen, “Quelle: YouTube”, als gäbe es dort nur ein einziges Video oder “Quelle: Fremdmaterial”, haben wir uns ja schon widerwillig gewöhnt, und doch hat man das Gefühl, bei jedem unzulänglichen Quellenverweis fällt irgendwo auf der Welt eine Kamera beim Catcontent-Filmen auf den Boden und zerschellt.

Anlaß des Shitstorms: Das ZDF hatte während der zweiten „Wetten daß…?“-Show mit Markus Lanz am 3.11.2012 Filmausschnitte aus „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ (2002) gezeigt und als Quelle die Zeile „Quelle: DVD“ ins Bild gerückt.  Weiterlesen …

Just one and done. Lokales (nur) um Halb?

Tradition ist hartnäckig. Und kann Radio-Karrieren kosten. Zu den am wenigsten hinterfragten Strukturen im Radio gehört die Platzierung lokaler und regionaler Nachrichten in der Morning Prime Time zur halben Stunde. Und dass regionale Stoffe getrennt von den nationalen/internationalen programmiert werden. Ergebnis: Seit Menschengedenken bekommt die Hälfte der Hörer stets nur das eine (oder andere) zu hören, kaum jemals das ganze Publikum die ganzen Nachrichten aus Lokalem, Deutschland und der Welt!  Weiterlesen …

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